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Der Nymphensittich

Allgemeines

Der Nymphensittich ist der kleinste Vertreter der Kakadus und wird somit den Papageien zugeordnet. Er stammt ursprünglich aus Australien und lebt dort hauptsächlich im Landesinneren. Zur Nahrungssuche legt er in großen Schwärmen weite Strecken zurück.
Schon seit langer Zeit sind Nymphensittiche beliebte Heimvögel. Bereits um 1840 kamen die ersten Exemplare mit den Seefahrern nach Europa. Wenig später wurde mit der Zucht begonnen.
Der natürliche Bestand ist gesichert und somit benötigt man zur Haltung von Nymphensittichen keine amtlichen Papiere.
Nymphensittiche können sehr zahm werden. Viele schmusen regelrecht mit ihrem Halter. Das erfordert allerdings meistens etwas Geduld. Keinesfalls darf ein Vogel mit Gewalt festgehalten oder grob angefasst werden. Das zerstört das Vertrauen der sensiblen Vögel nachhaltig.
Wer sich Nymphensittiche anschaffen möchte, sollte sich im Klaren sein, dass die Vögel sehr kommunikativ sind und eine große Lautstärke entwickeln können. Außerdem sind sie neugierig und haben ein großes Nagebedürfnis, daher können sie beim Freiflug Möbel, Tapeten und andere Gegenstände anknabbern.

Name und Alter

Früher wurde der Nymphensittich „Kakadusittich“ oder „Keilschwanzkakadu“ genannt. Erst 1832 wurde der lateinische Name „Nymphicus hollandicus“ eingeführt. Zurückzuführen darauf, dass zu damaliger Zeit Teile Australiens als „Neu-Holland“ bezeichnet wurden. Bei „Nymphicus“ ließen sich die Namensgeber wahrscheinlich durch die griechischen Mythen inspirieren, wonach prachtvolle Vögel die sagenumwobenen Nymphen begleitet haben.
Nymphensittiche können bis zu 15 Jahre alt werden. In menschlicher Obhut sollen manche Exemplare aber schon bis zu 30 Jahr alt geworden sein.

Größe und Aussehen

Nymphensittiche werden bis zu 34 cm lang und bis zu 120 Gramm schwer.
Die ursprüngliche Form des Nymphensittichs ist dunkelgrau mit leuchtend gelbem Kopf und kräftigen orangefarbenen Flecken auf den Wangen. Mittlerweile wurden viele verschiedene Farbschläge gezüchtet. Beliebte Arten sind zum Beispiel Schecken, Albinos, Weißköpfe, Geperlte und Zimtfarbene.

Ernährung

Die Grundnahrung für Nymphensittiche bildet Körnerfutter. Sie sollten darauf achten, dass fertige Mischungen nicht zu viele Sonnenblumenkerne und Erdnüsse enthalten, da diese sehr kalorienreich sind. Eine Alternative wäre, Wellensittichfutter, das weniger Fett enthält, mit dem Nymphensittichfutter zu mischen.
Dazu sollte täglich Frischfutter in Form von Obst und Gemüse angeboten werden. Leider sind viele Nymphensittiche daran nicht sehr interessiert und fressen wenig bis gar nichts davon. Am Besten probieren Sie immer wieder andere Sorten, vielleicht ist mal etwas darunter, dass Ihren Vögeln schmeckt. Gut geeignet sind zum Beispiel Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Mango, Kirschen, Pfirsiche, Karotten, Mais, Spinat, Feldsalat, Gurken und Brokkoli.
Ergänzen können Sie Obst und Gemüse auch mit frischen Kräutern, zum Beispiel Basilikum, Schnittlauch, Petersilie und Minze.
Auf gar keinen Fall dürfen Sie den Nymphensittichen Avocado füttern. Diese ist bereits in kleinen Mengen giftig!
Im Handel ist auch Kochfutter erhältlich. Dies ist eine Keimfuttermischung, die 10 – 20 Minuten in Wasser gekocht wird. Die Vögel fressen das Futter gerne noch warm. Kochfutter kann zwei bis dreimal pro Woche angeboten werden.
Eine besondere Leckerei für Nymphensittiche ist Kolbenhirse. Sie wird am Strang im Käfig aufgehängt, was die Attraktivität dieser Nahrung enorm erhöht. Wenn Sie die Hirse an etwas schwerer zu erreichenden Stellen aufhängen, sind die Vögel so auch noch eine Weile beschäftigt.
Es gibt im Handel viele Futterzusätze und Mineralien. Aber nicht alle sind sinnvoll. Eine gute Nahrungsergänzung stellen Sepiaschalen und Jodsteine dar. Alle anderen Ergänzungsmittel sollten nur bei kranken oder mangelernährten Vögeln gegeben werden.

Käfig/Voliere

Nymphensittiche sind aktive Vögel, die unbedingt genug Raum zum Bewegen brauchen. Ein Nymphensittich-Käfig kann daher nie groß genug sein. Die Mindestmaße für zwei Nymphensittiche liegen laut Deutschem Tierschutzgesetz bei 1,50 m x 0,80 m x 1,00 m (LBH). Sinnvoll ist es, wenn der Käfig eher breit als hoch ist, damit die Vögel auch ein kurzes Stück darin fliegen können. Es gibt eine große Auswahl an Käfigen und Volieren im Handel, die aber leider nicht alle artgerecht sind. Runde Käfige sollten Sie generell ausschließen, da sich die Vögel darin nicht wohlfühlen. Die Gitter sollten einen Höchstabstand von 2 cm haben und möglichst dunkel, aber nicht beschichtet sein, da Nymphensittiche gerne daran knabbern. Viele Nymphensittich-Besitzer bauen die Voliere selbst. Zahlreiche Anleitungen dafür finden Sie im Internet.
Der ideale Standort für den Käfig ist in einem hellen, belebten, aber nicht zu lautem Zimmer. Die Vögel sollten darin weder Zugluft noch direkter Sonneneinstrahlung oder Heizungsluft ausgesetzt sein.
Als Bodenbelag eignen sich Vogelsand und Buchenholzgranulat. Idealerweise werden diese mit Grit vermischt, der grobe Körnchen enthält und gut für die Verdauung der Nymphensittiche ist, wenn er von ihnen aufgenommen wird. In freier Natur halten sich Nymphensittiche häufig auf dem Boden auf, um nach Nahrung und Nistmaterial zu suchen. Daher ist es eine schön, wenn auf dem Boden auch etwas Interessantes zu finden ist. Gut geeignet ist zum Beispiel Kleintierstreu und Heu. Als Untergrund für den Bodenbelag hat sich unbedrucktes Küchenpapier bewährt.
Die Sitzstangen im Nymphensittichkäfig sollten immer aus Holz und niemals aus Plastik sein, da die Vögel gerne daran knabbern. Ideal sind stabile Äste von unbehandelten Obstbäumen, wie zum Beispiel Apfel-, Birn- oder Kirschbaum, die alle paar Wochen ausgetauscht werden sollten. Weitere Sitzgelegenheiten schafft man mit Holz- oder Korkbrettchen, die man an der Wand befestigt. Damit die Vögel auch noch ein bisschen im Käfig fliegen können, sollten die Sitzgelegenheiten nicht zu nah beieinander sein.
Ganz besondere Freude haben Nymphensittiche an Spielzeug wie zum Beispiel Schaukeln und Seilen. Anregungen für neue Spielzeugideen kann man sich im Internet holen, wo viele Nymphensittich-Halter Fotos von selbstkonzipierten Beschäftigungsideen für ihre Lieblinge veröffentlicht haben. Auch im Handel wird ein umfangreiches Sortiment an Vogelspielzeug angeboten, dass aber nicht immer wirklich sinnvoll ist. Auf Spiegel, Vogelattrappen oder Plastikspielzeug sollten Sie auf jeden Fall verzichten, da die Vögel dadurch nur irritiert werden bzw. sich daran verletzen können.
Die Käfigausstattung wird durch Wasser- und Futternäpfe aus Keramik abgerundet.
Im Sommer können Sie Ihren Nymphensittichen auch ein wenig frische Luft gönnen. Ein sicherer Käfig an einem schattigen Plätzchen bietet den Vögeln die Möglichkeit, ihre Zeit im Garten oder auf dem Balkon zu verbringen.
Täglicher Freiflug sollte trotz geräumigem Käfig ein Punkt auf der täglichen Tagesordnung sein. Dieser sollte natürlich bei geschlossenen Fenstern und ohne giftige Pflanzen oder hochwertige Möbel in Reichweite stattfinden.
Einmal wöchentlich sollte der Bodenbelag ausgetauscht werden und die Bodenwanne mit heißem Wasser gereinigt werden.

Vergesellschaftung

Da die Nymphensittiche sehr gesellig sind, müssen sie auch in Gefangenschaft unbedingt mindestens zu zweit gehalten werden. Einzelhaltung führt früher oder später zu Verhaltensstörungen wie zum Beispiel das Ausrupfen der eigenen Federn. Das Gerücht, dass Nymphensittiche, die einzeln gehalten werden, schneller zahm werden, ist schlichtweg falsch.
Nymphensittiche leben in der Natur in monogamen Beziehungen, deswegen ist es am artgerechtesten, wenn man ein Pärchen mit Männchen und Weibchen hält.
Nymphensittiche sind in der Regel friedvoll und können daher auch mit einigen anderen Vogelarten in einer ausreichend großen Voliere zusammengehalten werden. Möglich sind zum Beispiel Wellensittiche und Katharinasittiche. Allerdings kann eine fremde Art niemals einen anderen Nymphensittich ersetzen. Daher sollten es von jeder Art immer mehrere Exemplare sein.

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