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Allgemein

Kaninchen
Kaninchen zählen biologisch gesehen zu den Hasenartigen. Unsere heutigen Hauskaninchen stammen vom Europäischen Wildkaninchen ab. Bereits vor mehreren hundert Jahren wurden Kaninchen als Haustiere gehalten. Zuerst nur als Nahrung und zur Pelzverarbeitung. Später dann auch als reine Haustiere. Mittlerweile gibt es über 35 Kaninchenrassen mit über 100 Farbschlägen.

In der Natur leben Kaninchen in großen Gruppen zusammen. Die tagaktiven Hoppler graben sich unterirdische Bauten, in die sie sich nachts und bei Gefahr zurückziehen.

Kaninchen sind gut geeignet für Familien mit Kindern. Wie bei jedem anderen Haustier auch, sind natürlich immer die Eltern diejenigen, die die Hauptverantwortung für die Tiere tragen. Kleineren Kindern sollte im Beisein der Eltern gezeigt werden, wie man ein Kaninchen streicheln und anfassen darf. Größere Kinder ab ca. 8 Jahren können auch bei der Pflege der Kaninchen helfen.

Wie viele andere Kleintiere sind leider auch sehr viele Kaninchen bei Tierschutzvereinen und in Tierheimen zu finden. Wenn Sie also nicht auf eine bestimmte Rasse Wert legen, sollten Sie sich zuerst dort nach Ihren neuen Mitbewohnern umsehen.

Im Vorhinein sollte man auf jeden Fall darüber nachdenken, ob man genug Platz für den sehr großen Kaninchenkäfig hat. Zudem benötigen die Tiere trotzdem täglichen, beaufsichtigten Auslauf.

Name und Aussehen

Der Name „Kaninchen“ leitet sich vom lateinischen „cuniculus“ ab, was soviel wie „unterirdische Höhle“ bedeutet.

Mittlerweile gibt es so viele Kaninchenrassen, dass man kaum mehr eine einheitliche Antwort über das Aussehen der Kaninchen geben kann. Einige Merkmale haben aber alle Rassen gemeinsam: Kaninchen haben kräftige Nagezähne, die immer wieder nachwachsen. Mit ihren langen Ohren können sie sehr gut hören und mit ihrer Nase sehr gut riechen.
Kaninchen haben Tasthaare, mit denen sie sich auch in der Dunkelheit orientieren können.

Größe und Alter

Die diversen Kaninchenrassen unterscheiden sich stark in Größe und Gewicht. Die kleinste Rasse erreicht ein Gewicht von bis zu 2 kg, die größte kann bis zu 8,5 kg schwer werden.

Bei guter Pflege können Kaninchen ein Alter von bis zu 10 Jahren erreichen.

Rassen

Kaninchen


Deutscher Riese

Der Deutsche Riese ist die größte aller Kaninchenrassen. Er kann bis zu 8 kg schwer und bis zu 75 cm lang werden. Ursprünglich begann die Zucht dieser großen Kaninchen in Belgien und wurde auch zuerst „Belgischer Riese“ oder auch „Flandrischer Riese“ genannt. In Deutschland wurde die Rasse dann wieder etwas kleiner und leichter gezüchtet und erhielt nun den Namen „Deutscher Riese“.

Es gibt den Deutschen Riesen in den Farben wildgrau, hasengrau, dunkelgrau, eisengrau, hasenfarbig, schwarz, blau, blaugrau, chinchilla, weiß und gelb. Der bekannteste und beliebteste unter ihnen ist der Deutsche Riese grau.

Deutsche Riesen sind gemütlich und ruhig, benötigen aber natürlich ein sehr großes Gehege.

Deutsche Riesenschecke

Die Deutsche Riesenschecke sollte ein Mindestgewicht von 6 kg haben und ca. 68 cm lang sein.

Diese Rasse ist eine Kreuzung aus Deutschem Riesen und französischen Schmetterlingskaninchen.

Kennzeichen der Deutschen Riesenschecke sind die schwarzumrandeten Augen, die schwarze Schnauze und die schwarzen Ohren. Auf dem Rücken befindet sich ein schwarzer Aalstrich und auf den Seiten schwarze Flecken.

Deutscher Widder

Deutsche Widder sind eine Kreuzung aus Holländischen Widderzwergen und Französischen Widdern. Sie werden bis zu 7 kg schwer, das Normalgewicht liegt allerdings bei 5, 5 kg.

Typisch für diese Rasse sind die langen, fleischigen Hängeohren. Es gibt die Deutschen Widder in den Farbschlägen hasengrau, blaugrau, eisengrau, braunblaugrau, chinchilla, schwarz, blau, madagaskar, isabell und weiß.

Deutsche Widder gelten als sanftmütig und ruhig.

Blauer Wiener

Diese Kaninchenrasse wurde um 1895 in Österreich gezüchtet. Blaue Wiener können bis zu 5,5 kg schwer werden.

Es gibt sie in den Farbschlägen blau, schwarz, hasengrau, blaugrau, eisengrau und braunblaugrau.

Blaue Wiener sind relativ lebhaft, aber auch recht anhänglich.
Es gibt zudem noch Blau-graue Wiener, Schwarze Wiener, Weisse Wiener und Graue Wiener.

Thüringer

Wie der Name schon vermuten lässt, wurde das Thüringer Kaninchen Anfang des 20. Jahrhunderts in Thüringen gezüchtet. Das Normalgewicht liegt bei 3,5 kg.

Thüringer Kaninchen haben eine ganz charakteristische Farbe. Die Deckfarbe ist gelbbraun bis gelbrot. Darüber liegt ein rußfarbener Schleier. Die Farbe kann heller oder dunkler ausfallen.

Alaska

Das Alaska-Kaninchen wurde erstmals 1907 in Deutschland gezüchtet, mit dem Ziel ein dem Alaska-Fuchs ähnliches Kaninchen zu erhalten. Normalerweise wiegt es zwischen 3 bis 4 kg. Alaska-Kaninchen sind immer tiefschwarz, mit dunkelblauer Unterfarbe. Es hat einen eleganten und stimmigen Körperbau.

Weißgranne

Das Weißgrannen-Kaninchen wurde 1949 in Deutschland gezüchtet. Sie wiegen normalerweise zwischen 3 bis 4 kg. Die Deckfarbe ist entweder schwarz, blau oder braun. Weiß abgesetzt sind die Bauchunterseite, die Unterseite des Schwanzes, die Innenseiten der Läufe, die Augenringe, Nasenlöcher, Ohrränder und Kinnbackeneinfassungen. In anderen Ländern kennt man dieses Kaninchen auch unter dem Namen Silberfuchs.

Kleinschecke

Die Kleinschecke ist eine relativ junge Rasse, die erstmalig 1972 in Deutschland gezüchtet wurde und seitdem immer beliebter wird. Das Kleinschecken-Kaninchen wiegt durchschnittlich 3 kg. Im Moment wird es in den Farbschlägen schwarz, blau und havanna gezüchtet. Typisch für die Kleinschecke sind der dunkle Aalstrich auf dem Rücken, die dunklen Ohren, dunkle Augenringe, dunkle Schnauze, dunkle Backenpunkte und dunkle Flecken auf den Seiten. Teilweise wird die Kleinschecke auch Tschechische Schecke genannt.

Rhönkaninchen

Das Rhönkaninchen wurde in den siebziger Jahren in Deutschland gezüchtet. Seine Fellfarbe sollte der Färbung von Birkenstämmen ähneln. Die Grundfarbe ist weiß. Darüber ziehen sich schwarze Flecken über den ganzen Körper, sodass das Kaninchen fast wie getigert wirkt.

Lohkaninchen

Das Lohkaninchen zählt mittlerweile zu den beliebtesten Rassen. Dies liegt nicht zuletzt an seinem schönen Fell. Dieses ist dunkel mit lohnfarbigen (rotgelben) Stellen an Nasenlöchern, Kinnbackeneinfassungen, Ohrumrandungen, Bauchseite und Schwanzunterseite.
Die Lohkaninchen wurden erstmals Ende des 19. Jahrhunderts in England gezüchtet. Das Normalgewicht liegt bei rund 3 kg.

Zwergwidder

Mitte der 50er Jahre wurde diese Rasse in den Niederlanden erstmals gezüchtet. Die Zwergwidder-Kaninchen sind eine Kreuzung aus Deutschem Widder und Farbenzwerg. Charakteristisch für diese Kaninchen sind die herabhängenden, langen Ohren. Das durchschnittliche Gewicht liegt zwischen 1,5 und 2,00 kg. Es gibt die Zwergwidder in vielen schönen Farbschlägen und Fellarten.
Zwergwidder-Kaninchen gelten als ruhig und gutmütig und eignen sich daher besonders gut zur Haltung in Haus und Wohnung.

Zwergschecke

Zwergschecken sind die kleinsten Schecken-Kaninchen und wurde erst 2002 offiziell als Rasse anerkannt. Sie wiegen durchschnittlich 1,5 kg. Typisch für diese Rasse sind die kurzen Ohren und die gescheckte Fellzeichnung. Es gibt die Zwergschecke in den Farbschlägen schwarz-weiß, blau-weiß, havanna-weiß und dreifarbig.

Löwenkopf

Das Löwenkopf-Kaninchen wird erst seit Kurzem gezüchtet und ist daher noch keine offiziell anerkannte Rasse. Sie unterscheiden sich von anderen Zwergkaninchen durch ihr langes, flauschiges Fell. Es gibt sie in vielen schönen Farbschlägen. Charakterlich sollen sie ruhig und verschmust sein.

Farbenzwerg

Farbenzwerge wurden erstmals in den 30er Jahren in den Niederlanden aus einem Hermelinkaninchen und einem Wildkaninchen gezüchtet. Mittlerweile gehören die Farbenzwerge zu den beliebtesten und bekanntesten Kaninchenrassen. Sie wiegen zwischen 1,00 und 1,5 kg. Farbenzwerge gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Farbschlägen, z. B. schwarz, grau, blau, chinchilla oder havanna.

Teddyzwerg

Teddykaninchen werden erst seit einigen Jahren gezüchtet und sind daher noch nicht offiziell anerkannt. Teddykaninchen sehen besonders niedlich aus, durch ihr langes, kuscheliges Fell, ihren runden Kopf und Körper und die kurzen, rundlichen Ohren. Das Durchschnittsgewicht der Teddyzwerge liegt zwischen 800 g und 1,5 kg. Teddyzwerge gibt es in allen möglichen Farbschlägen.
Neben den Teddyzwergen gibt es auch noch die Teddywidder. Diese ähneln dem Teddyzwerg, werden allerdings bis zu 2 kg schwer.

Ernährung

Kaninchen
Kaninchen sind zwar reine Vegetarier, sie ernähren sich aber durchaus abwechslungsreich. Das Grundnahrungsmittel in Gefangenschaft sollte Heu sein. Dies sollte täglich frisch gegeben werden und immer in ausreichender Menge vorhanden sein. Gerne darf das Heu im Sommer auch mal durch frisches Gras und/oder Kräuter ersetzt oder ergänzt werden.

Ergänzend zum Heu gibt es Grünfutter, das zum Einen aus Kräutern, Blüten und Blättern besteht, zum anderen aus Gemüse und Obst.

Kräuter können Sie entweder getrocknet oder frisch anbieten. Getrocknete Kräuter bekommt man häufig in Apotheken oder Reformhäusern, frische Kräuter kann man ganz einfach im Garten, auf dem Balkon oder im Winter auch im Haus anpflanzen. Geeignet sind z. B. Basilikum, Petersilie, Pfefferminzblätter und Oregano.

Gut verträgliche Blüten und Blätter sind u. a. Kamille, Klee, Löwenzahn, Hibiskus, Ringelblumenblüten, Haselnussblätter, Brombeerblätter und Johannisbeerblätter.

Zum Abnagen der Schneidezähne benötigen Kaninchen zudem noch frische Zweige. Geeignet sind z. B. die Zweige vom Apfelbaum, Birnbaum, Haselnuss- und Heidelbeerstrauch.

Wenn Sie Pflanzen aus der Natur pflücken und sammeln, sollten Sie unbedingt darauf achten, diese nur von unbehandelten und nicht verschmutzen Wiesen, Feldern, Büschen und Bäumen zu nehmen.

Täglich sollte auch eine kleine Portion Gemüse gegeben werden. Früchte sollten Sie drei- bis viermal pro Woche als kleine Nascherei anbieten.
Als Gemüse eignen sich z. B.: Karotten, Brokkoli, Paprika, Sellerie, Kürbis, Blumenkohl und Gurken.
Als Obst können sie z. B. geben: Äpfel, Birnen, Weintrauben, Erdbeeren, Johannisbeeren und Bananen.

Käfig

Wer sich ein Kaninchen anschafft, muss sich im Klaren sein, dass Kaninchen einen sehr großen Hasenkäfig benötigen. Für die kleinen und mittelgroßen Rassen sollten pro Kaninchen mindestens zwei Quadratmeter, bei den großen Rassen sogar drei Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Leider sind im Fachhandel kaum genügend große Kaninchenkäfige zu finden. Daher ist die einfachste Lösung, selbst ein Gehege zu bauen. Das ist gar nicht so schwer oder teuer und im Internet finden Sie viele brauchbare Tipps und Anleitungen.
Eine weitere Variante ist es, einfach einen Teil eines Zimmers, des Balkons oder der Terrasse mit Hilfe eines Gitters abzutrennen.

Als Käfigeinstreu können Sie die gebräuchliche Kleintierstreu verwenden. Diese sollte ca. 5 cm hoch eingestreut werden.

Zur Grundausstattung des Kaninchengeheges gehören natürlich eine Heuraufe, mehrere schwere Keramikfutternäpfe und ein oder zwei Wasserflaschen oder Wassernäpfe.
Außerdem sollte pro Kaninchen mindestens ein geräumiges Schlafhäuschen zur Verfügung stehen.

Wenn Sie einen Garten haben, sollten Sie Ihren Kaninchen im Sommer ein Freigehege einrichten. Sie können die Tiere entweder nur stundenweise in ein geeignetes Kleintiergehege setzen oder aber auch über die Sommermonate komplett im Freien wohnen lassen.

Beachten Sie hierbei, dass die Gitterstäbe möglichst eng zusammenstehen sollten, damit keine wildlebenden Nager ins Gehege kommen können. Auch ein Dach sollte vorhanden sein, um die Kaninchen vor Raubvögeln zu schützen. Zudem muss unbedingt ein großer Unterschlupf vorhanden sein, in das sich die Kaninchen bei Regen oder Sturm zurückziehen können. Im Gehege sollte immer ein Eckchen mit Schatten zu finden sein.

Wenn die Kaninchen die Außenhaltung gewöhnt sind, kann man sie auch im Winter draußen halten. Dafür muss aber einiges beachtet werden. U. a. benötigen die Kaninchen ein isoliertes Schutzhäuschen, das so groß sein sollte, dass alle Tiere hineinpassen. Zudem sollte der Käfig nicht direkt auf dem Boden stehen.

Vergesellschaftung

Kaninchen leben in der Natur in großen Gruppen zusammen. Man nimmt sogar an, dass die Weibchen treu sind und sich – wenn sie einen festen Partner haben – nur mit diesem paaren. Daher sollten Kaninchen auch in Gefangenschaft keinesfalls alleine gehalten werden, sondern immer mindestens einen Partner haben.

Die ideale Kombination sind ein Weibchen und ein Bock. Hierbei muss allerdings der enorme Fortpflanzungstrieb der Kaninchen beachtet werden, daher sollte der Bock unbedingt kastriert werden. Dies ist für die meisten Tierärzte ein Routineeingriff.

Auch zwei kastrierte Rammler können gut zusammenleben. Bei zwei Weibchen kommt es hingegen häufiger zu Streitereien.

Bei größeren Gruppen können auch mehrere kastrierte Böcke mit mehreren Weibchen zusammenleben.

Am Besten verstehen sich Kaninchen, die zusammen aufgewachsen sind. Eine spätere Vergesellschaftung sollte behutsam und geduldig erfolgen. Meist gewöhnen sich die Tiere jedoch schnell aneinander und einem friedlichen Zusammenleben steht nichts mehr im Weg.

Kaninchen sind zwar sehr soziale Tiere, sie sollten aber trotzdem nicht mit anderen Kleintieren ein Gehege teilen müssen. Die Lebensweise von Meerschweinchen, Chinchillas & Co. ist einfach zu unterschiedlich und alle beteiligten Tiere leiden unter diesen Zwangsgemeinschaften.


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