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Hunde Sachkundekurs
© Maria Sbytova (Fotolia)

Am 1. Juli 2019 ist §5 Abs.12 des Wiener Tierhaltegesetzes in Kraft getreten. Es besagt, dass bei der Anschaffung eines Hundes der Nachweis über den Sachkundekurs erbracht werden muss. Wie Sie den Nachweis erhalten und welche Modalitäten damit einhergehen, lesen Sie hier.

Hunde gehören zu den beliebtesten Haustieren. Denn sie sind stark auf den Menschen bezogen, fungieren daher oft als Familienhund. Spielen, Gassi gehen und Begleitung im Alltag sind Beschäftigungen, die Mensch und Hund gleichermaßen zugute kommen. In den sozialen Netzwerken werden Hunde jedoch zuweilen als Accessoire missbraucht. Hunde werden ausgesetzt oder misshandelt. Das kann leider immer öfter beobachtet werden. Dazu kommt, dass sich Kinder gerne einen Welpen wünschen, der zunächst klein und niedlich ist. Doch er wird größer und stärker, benötigt Bewegung, Zuwendung, Liebe und vor allem Regeln. Wer in den ersten Wochen und Monaten im Leben eines Hundes die Erziehung nicht ernst genommen hat, kann seinem tierischen Mitbewohner lebenslang schaden.

Dass die Haltung von Stadthunden also nicht nur Spaß, sondern vor allem Verantwortung mit sich bringt, wird beim Sachkundekurs für Hunde vermittelt. Immerhin bleibt ein Hund idealerweise zehn bis 15 Jahre in einer Familie. Die künftigen Besitzerinnen und Besitzer sollten also noch vor der Anschaffung eines Hundes wissen, worauf sie sich einlassen und einstellen können. Nicht nur zu ihrem eigenen Wohl, sondern in erster Linie zum Wohl des Hundes.

Der Sachkundekurs für Hunde in Wien



Wer in den vergangenen zwei Jahren keinen Hund gehalten hat, muss bei der Anmeldung eines Hundes ab 1. Juli 2019 den Besuch des Sachkundekurses für Hunde in Wien nachweisen. Dabei spielt die Rasse des Hundes keine Rolle.

Wer jedoch einen sogenannten „Listenhund“ anmelden möchte, benötigt zusätzlich einen Hundeführschein.

Zum aktuellen Zeitpunkt (08.07.2019) fallen die folgenden Rassen unter den Begriff „Listenhunde“:Keinen Sachkundekurs müssen Sie vorweisen, wenn Sie nur ab und zu, beispielsweise am Wochenende, mit Ihrem Hund in Wien spazieren gehen wollen, aber nicht in Wien wohnhaft sind.

Für den Sachkundekurs müssen Sie mindestens vier Stunden einplanen. Die für diese Kurse eigens autorisierten Hundeexpertinnen und -experten informieren nicht nur über artgerechte Haltung und Pflege. Sie geben auch Hinweise zur Erziehung und beraten zudem, welche Hunderasse für welchen Menschen geeignet ist. Denn nicht jeder Hund sollte beispielsweise mit Kindern zusammen sein. In diesem Zusammenhang werden rechtliche Fragen geklärt. Selbstverständlich können Sie auch selbst Fragen stellen. Sie sollten im besten Fall also nicht den Zwang zum Sachkundekurs im Vordergrund sehen. Tatsächlich nützt er Ihnen, Ihrem neuen vierbeinigen Freund und Ihrer gemeinsamen Zeit auf den Straßen, Plätzen und Grünanlagen Wiens.

Für den Kurs zahlen Sie einmalig 40 Euro. Diesen Betrag erhält Ihr Kursleiter vollständig. Die Stadt Wien hat durch den Sachkundekurs keine zusätzlichen Einnahmen. Jeder Kurs ist auf 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt. So erhält jeder die Möglichkeit, eigene Unklarheiten anzusprechen. Sollten Sie sich lediglich über die Entwicklung eines Hundes, zu tiergerechter Hundeausbildung und dem Lernverhalten erkundigen wollen, können Sie den Kurs selbstverständlich auch besuchen. Inhalte und Umsetzung sind von der Tierschutzombudsstelle Wien qualitativ erarbeitet und geprüft.

Die Prüfung zum „geprüften Stadthund“ mit lohnender Motivation



Mit der Prüfung zum „geprüften Stadthund“ (zuvor: „Freiwilliger Wiener Hundeführschein“) beweisen Hund und Halter, dass sie als gutes Team in der Stadt miteinander umgehen können. Dieser Test ist freiwillig.

Allerdings offeriert die Stadt Wien in der Anlaufzeit für den Sachkundekurs ein interessantes Angebot: Wer den Nachweis über die Teilnahme am Sachkundekurs bis zum 31. Juli 2019 an hunde-kunde@tow-wien.at meldet, erhält für den „geprüften Stadthund“ einen Gutschein. Wird dieser Test theoretisch und praktisch bestanden, erlässt die Stadt Wien für das folgende Jahr die Hundeabgabesteuer von derzeit 72 Euro. Schnellsein lohnt sich: denn nur die ersten 100 Einsender profitieren von dieser Möglichkeit.

Wie Sie den Nachweis zum Sachkundekurs erhalten



In Wien und der näheren Umgebung gibt es eine Vielzahl an Anbietern, die sowohl für den Sachkundekurs als auch den „geprüften Stadthund“ Termine anbieten. Schauen Sie zunächst auf die Übersicht der Anbieter auf der Hunde-Kunde-Website. Suchen Sie sich entweder einen Ort in Ihrer Nähe oder wählen Sie einen bestimmten Anbieter aus, der für Sie passende Termine anbietet. Bei jedem Anbieter finden Sie die Kontaktdaten sowie einen kurzen Steckbrief zur jeweiligen Qualifikation. Ausrichter des Sachkundekurses können sein: Tierärztinnen und Tierärzte mit fachspezifischer Zusatzausbildung, Hundetrainerinnen und -trainer mit Prüfberechtigung sowie Personen mit dem Gütesiegel „Tierschutzqualifizierte Hundetrainerin bzw. Hundetrainer“.

Kontaktieren Sie nun Ihren Wunschprüfer und halten Sie am besten zwei oder drei Termine bereit. Da die Kurse auf 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt sind, können nahe Termine kurzfristig ausgebucht sein. Die Kursgebühr von 40 Euro begleichen Sie direkt bei der Prüferin oder dem Prüfer. Beachten Sie, dass nur der Hundehalter den Nachweis über die Teilnahme am Sachkundekurs erbringen muss. Interessierte Familienangehörige oder Freunde können den Kurs jedoch ebenso besuchen. Nach dem Sachkundekurs gibt es keine Prüfung. Der Teilnahmeschein wird direkt nach dem Kurs von der oder dem Vortragenden ausgestellt. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie den Kurs nicht bestehen könnten.

Weitere wichtige Fragen und Antworten zum Sachkundekurs


Muss wirklich jeder Hundehalter die Teilnahme am Sachkundekurs nachweisen?

Es gibt tatsächlich drei Ausnahmen
  • zum einen den bereits genannten, wer in den zwei Jahren vor 1. Juli 2019 die Haltung eines Hundes nachweisen kann
  • Weiterhin ausgenommen ist der Nachweis bei Hundehaltungen in Tierheimen, Tierpensionen oder Tierspitälern sowie bei ehemaligen Diensthunden des Bundes, sofern diese in den privaten Besitz ihres Polizeidiensthundeführers übergehen. In beiden Fällen kann davon ausgegangen werden, dass sich die Neuhalter mit der artgerechten Haltung des Hundes auskennen.
  • Nicht zugelassen zur Teilnahme am Sachkundekurs sind andererseits Personen, die wegen Tierquälerei verurteilt sind oder gegen die ein Tierhalteverbot vorliegt.

Ganz konkret: welches Wissen wird in dem Sachkundekurs vermittelt?

Der Sachkundekurs ist grob in vier Bereiche unterteilt: zuerst Überlegungen und Beratung vor Anschaffung eines Hundes. Dazu gehört die Aufklärung über unseriöse Züchter und fragwürdige Herkunft. Zum zweiten wird in theoretischer Weise ein Hundeleben nachvollzogen. Hierzu gehört, wie sich der Hund vom kleinen Welpen zum altersschwachen Tier entwickelt, mit welchen Krankheiten beispielsweise gerechnet werden muss und welche mit artgerechter Haltung vermieden werden können. Dazu gehört richtige Ernährung und Pflege sowie welche Kosten wofür, etwa beim Tierarzt, anfallen. Ebenso wichtig ist es zu lernen, wie Sie selbst auf einen Hund wirken, welche Signale Ihr neuer Mitbewohner Ihnen sendet und welche Missverständnisse daraus entstehen und wie Sie diese ausräumen können. Zum dritten wird Wert darauf gelegt, dass Sie mit Ihrem Hund eine tiergerechte Ausbildung absolvieren. Hier erhalten Sie neben guten Adressen auch Empfehlungen zum Lernverhalten und wie Sie Ihren Hund darin bestärken, Verhaltensauffälligkeiten abzustellen. Hier werden wichtige Regeln und Kenntnisse am lebenden Objekt geübt. Schließlich gehört zur Haltung eines Hundes auch, sich im Regelwerk der Stadt Wien auszukennen, nicht nur zur Hundehaltung selbst, sondern wie und ob Sie mit Hund Grünflächen betreten dürfen, wie Sie sich im Straßenverkehr verhalten und dass Sie die Reinhalteverordnung beachten.

Die Nachweispflicht des Sachkundekurses für Hunde in Wien kommt demnach beiden zugute: sie schützt Hunde vor dem Missbrauch und falscher Haltung. Sie gibt neuen Haltern jedoch auch ein nützliches Hilfsmittel zur Hand. Damit Hund und Halter lebenslang Freude aneinander haben können.

Tags: Hunde Sachkundekurs Tierhaltegesetz

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