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Neue Forschungsergebnisse in der Mensch-Hund-Beziehung

17.12.2015 um 20:19 (Letzte Aktualisierung: 10.01.2020)

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Ein interdisziplinäres Team im Bereich Psychologie, Sonderpädagogik und Verhaltensbiologie untersuchte während eines sozialen "Stresstests" die Interaktionen zwischen Kindern und Therapiehunden, die ihnen als emotionale und soziale Unterstützung zur Seite standen. Manuela Wedl, Andrea Beetz und Kurt Kotrschal vom Department für Verhaltensbiologie der Universität Wien fanden dabei heraus, dass sich die Interaktionsbereitschaft von Kindern unterscheidet, je nachdem, ob sie unsicher-vermeidende oder desorganisierte Bindungsmuster haben. Die Ergebnisse wurden letzte Woche im Journal "Anthrozoös" erstmals veröffentlicht.

Mensch Hund Beziehung

Bindung und emotionale Unterstützung gibt es nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen Mensch und Tier. Die emotionale soziale Unterstützung durch Tiere scheint für Kinder mit ungünstigen Erfahrungen mit ihren primären Bezugspersonen von besonderer Bedeutung zu sein. Dies zeigt sich beispielsweise dadurch, dass unsicher gebundene Kinder in der Anwesenheit und in Interaktion mit einem freundlichen Tier eher bereit sind, mit einem Lehrer oder Therapeuten in Beziehung zu treten. Suboptimale Bindungsmuster stellen demnach eine besondere Indikation für tiergestützte Interventionen in Pädagogik und Therapie dar.

Sicher gebundene Kinder suchen bei Stress oder Angst aktiv die Nähe zu ihrer Bezugsperson, um Trost und Unterstützung zu erfahren. Aufgrund der positiven Erfahrungen, die sie in Interaktion mit ihren feinfühligen und verlässlichen Bindungsfiguren haben, erwarten sie deren Verfügbarkeit und Unterstützung. Im Gegensatz dazu erwarten unsicher-vermeidend gebundene Kinder kaum emotionale Unterstützung von Bezugspersonen, sondern eher Zurückweisung. Sie versuchen diese dadurch zu vermeiden, dass sie sich zurückziehen. Kinder mit desorganisierter Bindung zeigen im Schulalter oft fürsorgliches oder bestrafendes Kontrollverhalten, sowohl ihren Eltern als auch ihren Lehrern gegenüber.

Sozialer "Stresstest" für Kinder in Anwesenheit eines Therapiehundes

Im Mittelpunkt der aktuellen Studie stand die Frage, ob sich Kinder mit unterschiedlichem Bindungsmuster in der Interaktionsbereitschaft mit einem Therapiehund unterscheiden. Die ForscherInnen wollten herausfinden, ob sich die Bindungsmuster, die die Kinder zu ihren primären Bezugspersonen aufgebaut hatten, darin spiegeln. Dazu wurden acht unsicher-vermeidend gebundene und elf unsicher-desorganisiert gebundene Buben im Alter von 7 bis 11 Jahren getestet. Sie wurden alle einer Stresssituation in Form eines schulischen Leistungstests ausgesetzt und mussten vor zwei unbekannten Personen unter Zeitvorgaben eine Geschichte vervollständigen und Kopfrechenaufgaben lösen. Dabei stand ihnen ein Therapiehund als emotionale Unterstützung zur Seite.

Speichelprobenanalysen und Videoaufzeichnung

Als Indikator für den bei den Kindern ausgelösten Stress diente das Stresshormon Kortisol. Um den Kortisolspiegel im zeitlichen Verlauf zu ermitteln, wurden zu fünf Zeitpunkten Speichelproben von den Kindern genommen. Außerdem wurden die Kinder während des gesamten Versuches gefilmt. Die Verhaltensdaten liefern wichtige Informationen über die Interaktionsbereitschaft der Kinder.

Buben mit unsicher-desorganisierter Bindung hatten mehr Körperkontakt zum Hund und sprachen auch mehr mit ihm als Buben mit unsicher-vermeidender Bindung. Desorganisiert gebundene Buben kommunizierten auch mehr mit den beim Versuch anwesenden Personen. "Wir konnten zeigen, dass sich die Interaktionsbereitschaft mit dem Hund zwischen den Kindern genau so unterschied, wie aufgrund ihres Bindungsmusters, das sie zu ihren primären Bezugspersonen aufgebaut hatten, zu erwarten war", so Manuela Wedl abschließend.

Diese Studie wurde durch die Unterstützung der IEMTs Österreich und Schweiz, von Mars Petcare Deutschland (Projekt "Stress coping bei unsicher gebundenen Kindern in Abhängigkeit der emotionalen sozialen Unterstützung durch Mensch oder Hund", Andrea Beetz und Henri Julius von der Universität Rostock, Kerstin Uvnäs-Moberg von der University of Skövde, Dennis Turner von der Universität Zürich und Kurt Kotrschal von der Universität Wien), sowie den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung FWF (Projekt P 23345- B17 "Faktoren der Mensch-Hund-Beziehung", Kurt Kotrschal und Manuela Wedl von der Universität Wien) ermöglicht.
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Zuletzt geändert am/um: 10.01.2020 um 15:31

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