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Headshaking: Ein Symptom, viele Ursachen

10.01.2020 um 16:12

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Wenn Pferde ständig und unkontrollierbar mit dem Kopf schlagen, also sogenannte Headshaker sind, haben ihre Reiter ein echtes Problem. Denn Headshaking macht konzentriertes Arbeiten und ständige Anlehnung schlicht unmöglich. Zudem führt es zu gefährlichen Situationen. Im Extremfall werden Headshaker schlicht unreitbar. Auch die Lebensqualität der Pferde ist natürlich stark eingeschränkt, das gilt ganz besonders, wenn das Problem nicht nur unter dem Sattel, sondern auch auf der Weide und im Stall auftritt.

Pferd Headshaker

Die Therapie ist oft sehr langwierig, was auch vor allem daran liegt, dass Headshaking so viele verschiedene Ursachen haben kann. Headshaking kann eine Verhaltensstörung sein, ausgelöst zum Beispiel durch großen Stress. Auch schwerwiegende Reiterfehler wie eine harte Hand oder ein sehr unausbalancierter Sitz können dazu führen, dass sich das Pferd durch Kopfschütteln aus der Situation befreien will. Bei psychischen Ursachen sollte unbedingt die Haltung optimiert, die Reitweise angepasst und ein erfahrener Ausbilder zu Rate gezogen werden.

Auch Schmerzen durch eine unpassende Ausrüstung können Schuld sein. Oft sind organische Ursachen wie Zahnprobleme, Augen- und Ohrenerkankungen, Nasennebenhöhlenentzündungen oder blockierte Wirbel verantwortlich. Nach einer erfolgreichen Diagnose und Behandlung verschwindet das Headshaking in der Regel schnell.


Bleibt die Ursachensuche erfolglos, heißt die Lösung des Rätsels in vielen Fällen "Trigeminusneuralgie". Das ist eine schmerzhafte Erkrankung des großen Gesichtsnerv, die auch aus der Humanmedizin bekannt ist. Von betroffenen Menschen weiß man, dass schon kleinste Berührungen, selbst Wind, Regen oder Lichteinfall, starke Schmerzen auslösen können. Definitiv festzustellen, dass der Trigeminusnerv erkrankt ist, ist zumindest bei Pferden nicht einfach. Oft betäuben die Tierärzte den Nerven. Bessern sich danach die Symptome, schließen sie auf Trigeminusneuralgie. Manche Pferde, die an dieser Erkrankung leiden, reagieren gut auf Nasennetze, deren Wirkungsweise noch nicht genau erforscht ist. Bei anderen schlagen Medikamente an.

Eine neue Therapie wurde kürzlich in England getestet. Dort wurden sieben Headshaker mit der Elektrostimulation "Percutaneous electrical nerve stimulation (PENS)" behandelt, wobei der große Gesichtsnerv desensibilisiert wird. Sechs von sieben Pferden konnte so geholfen werden. Ob die Therapie bei allen Pferden wirkt, wie lange die Verbesserung anhält und ob die Elektrostimulation Nebenwirkungen hat, kann noch nicht gesagt werden, bevor weitere Studien mit einer größeren Anzahl von Pferden durchgeführt werden.
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Zuletzt geändert am/um: 10.01.2020 um 16:12

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