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Allgemein

Meerschweinchen
Die ursprüngliche Heimat der Meerschweinchen ist Mittel- und Südamerika. Dort leben sie sowohl in Graslandschaften, als auch im Gebirge. Meerschweinchen sind tagaktiv und ziehen sich zur Nachtruhe in Höhlen, Felsspalten und ins Dickicht zurück.

Nach Europa kamen die kleinen Nager wahrscheinlich im 16. Jahrhundert. Vermutlich brachten Seeleute sie für ihre Kinder mit. Davor wurden und werden sie allerdings in ihrer Heimat bereits als Haustiere zur Fleisch- und Pelzlieferung gehalten.

Meerschweinchen sind Rudeltiere und sind in der Natur eigentlich immer in kleineren Gruppen anzutreffen. Dementsprechend sollten sie auch in Gefangenschaft niemals alleine gehalten werden.

Meerschweinchen benötigen, auch bei größeren Käfigen, täglichen Auslauf. Dieser kann im Sommer auch gerne im Garten in einem gut eingezäunten, geschützten Gehege stattfinden. Im Winter sollten die Schweinchen unter Aufsicht in einem gut gesicherten Raum laufen dürfen. Sichergestellt werden sollte, dass die Tiere keine Stromkabel anknabbern oder sich irgendwo einklemmen oder verletzen können.

Meerschweinchen gelten als die idealen Haustiere für Kinder. Um ein Meerschweinchen regelmäßig und artgerecht zu versorgen, sollten Kinder allerdings schon ca. 10 Jahre alt sein. Vorher sollten sich Kinder nur unter Anleitung und mit Hilfe der Eltern um die Meerschweinchen kümmern. Selbstverständlich sollte ihnen dann auch beigebracht werden, dass Meerschweinchen kein Spielzeug sind und eigene Bedürfnisse haben. Egal wie alt Kinder sind, liegt die Verantwortung und Hauptarbeit immer bei den Eltern. Daher sollte auch die ganze Familie hinter der Anschaffung von Meerschweinchen stehen.

Name und Aussehen

Meerschweinchen
Meerschweinchen haben eigentlich weder etwas mit dem Meer noch mit Schweinen zu tun. Wahrscheinlich kommt der Name daher, weil sie mit Seeleuten über das Meer nach Europa gekommen sind. Das „Schwein“ kommt entweder vom Körperbau oder vom Quieken der Meerschweinchen.

Der lateinische Name lautet „Caviidae“. Auf Englisch heißen Meerschweinchen „guinea pigs“ oder auch „cavy“.

Der Körper des Meerschweinchens ist gedrungen mit einem runden Kopf und kleinen Ohren und kurzen Füßen. Trotz seines kräftig wirkenden Körpers sind Meerschweinchen eigentlich zart gebaut und man darf sie keinesfalls zu fest drücken oder fallenlassen.

Meerschweinchen gibt es mittlerweile in vielen Farbschlägen und Fellarten.

Größe und Alter

Meerschweinchen können 20 bis 35 cm groß und bis zu 1600 g schwer werden. Die Männchen werden allgemein etwas größer und kräftiger als die Weibchen.

In Gefangenschaft können Meerschweinchen bis zu 8 Jahre alt werden.

Rassen

Mittlerweile wurden bereits viele verschiedene Meerschweinchen-Rassen gezüchtet, die sich durch die Fellbeschaffenheit und Farbe unterscheiden. Langhaarige Meerschweinchen sollte man bei der Fellpflege unterstützen, damit sie nicht verfilzen. Je nach Haarlänge sollte man die Tiere ein- oder zweimal pro Woche mit einer weichen Bürste bürsten. Die meisten Meerschweinchen genießen diese Zuwendung und lassen es sich gerne gefallen.

Glatthaar

Glatthaarmeerschweinchen sind die ursprünglichsten Meerschweinchen. Das Fell ist kurz, glatt und nah am Körper liegend. Es gibt sie in allen Farbvarianten.

Rosetten

Das Rosetten-Meerschweinchen zählt zu den Kurzhaarrassen. Es ist eine der bekanntesten und beliebtesten Rassen. Das Fell ist mit mindestens acht Wirbeln durchsetzt, durch die das Fell lustig in alle Richtungen absteht. Rosetten-Meerschweinchen sind in allen möglichen Farben und Schattierungen erhältlich.

Rex

Rex-Meerschweinchen haben krauses, gewelltes oder gelocktes Fell. Das Fell ist ca. 3,5 cm lang und zählt zu den Kurzhaarmeerschweinchen. Rex-Meerschweinchen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts gezüchtet und gehören inzwischen zu den beliebtesten Meerschweinchen-Rassen. Es gibt sie mittlerweile in sehr vielen ansprechenden Farben, wie z. B. creme oder gold.

Texel

Texel-Meerschweinchen gehören zu den Langhaarmeerschweinchen. Wahrscheinlich wurde diese Rasse aus den Rex- und den Sheltie-Meerschweinchen gezüchtet. Am Kopf ist das Haar gekräuselt oder gewellt, am Körper sehr lang ohne Wirbel. Das Texel-Meerschweinchen ist in allen Farbschlägen erhältlich.

Coronet

Coronet-Meerschweinchen gehören ebenfalls zu den Langhaarmeerschweinchen. Sie haben einen auffälligen Wirbel, der die Haare wie ein Krönchen nach oben stehen lässt. Das restliche Fell fällt jedoch lang und wirbellos. Es gibt sie in vielen schönen Farbschlägen.

Merino

Merino-Meerschweinchen sind die gelockte Version des Coronet-Meerschweinchens. Auch sie besitzen den auffälligen Stirn-Wirbel und wurden bereits in vielen Farben gezüchtet.

Peruaner

Peruaner-Meerschweinchen haben sehr langes Fell, das teilweise bis auf den Boden reicht. Das Stirnfell fällt manchmal sogar über die Augen.

Angora

Angora-Meerschweinchen sind Langhaar-Meerschweinchen. Typisch für diese Rasse sind mindestens vier Wirbel, die über den Körper verteilt sind. Es gibt sie in allen Farbschlägen.

US-Teddy

US-Teddy-Meerschweinchen gibt es sowohl als lang- als auch als kurzhaarige Variante. Sie sehen durch ihr dichtes, plüschiges Fell besonders kuschelig aus.

Lunkarya

Lunkarya-Meerschweinchen ist eine der neuesten Zuchtformen aus Schweden. Sie haben sehr langes, krauses oder gelocktes Fell, das recht fest und hart ist.

Satin

Satin-Meerschweinchen sind keine eigentliche Rasse, sondern ein Farbschlag. Die Haare des Fells sind hohl und reflektieren somit das einfallende Licht anders. Dadurch entsteht ein schimmernder Satin-Effekt. Dieser Effekt ist bei allen Rassen und Farben möglich.

Ernährung

Meerschweinchen haben ein sensibles Verdauungssystem. Sie fressen eigentlich den ganzen Tag, da das Futter durch Nachschub von oben durch den Darm geschoben wird und nur so abgeführt werden kann.

Die Grundnahrung für Meerschweinchen besteht aus Heu. Dies sollte immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Zusätzlich sollte es immer genügend Grünfutter geben. Dies besteht zum einen aus Kräutern, Blättern und Blüten. Geeignet sind z. B. Petersilie, Spitzwegerich, Dill, Mangold und Löwenzahn. Zum anderen versteht man unter Grünfutter auch Gemüse und Obst. Geeignete Gemüsesorten sind u. a. Gurke, Ruccola- und Endiviensalat, Karotten, Paprika, Fenchel und Brokkoli.
Gemüse sollte täglich gegeben werden, am Besten drei- bis viermal über den Tag verteilt. Obst hingegen sollte es nur als Nascherei ein- bis zweimal pro Woche geben. Hier eignen sich z. B. Äpfel, Birnen und Beeren. Nicht geeignet ist jegliche Art von Stein- oder Kernobst.

Jegliches Frischfutter kann selbstverständlich im Frühling und Sommer selbst gepflückt werden. Achten Sie bitte darauf, nur Pflanzen von ungespritzten und sauberen Wiesen und Feldern mitzunehmen. Um im Winter immer ein frisches Angebot an Kräutern zu haben, können Sie z. B. Küchenkräuter auf der Fensterbank anpflanzen.

Das häufig im Zoohandel angebotene Fertigfutter ist im Normalfall nicht nötig. Es sollte, wenn überhaupt, höchstens ein Teelöffel pro Tag gegeben werden. Trockenfutter entzieht dem Meerschweinchenkörper relativ viel Flüssigkeit. Außerdem wird das Futter meist unzerkaut geschluckt, was mangelnden Zahnabrieb und Verdauungsbeschwerden zur Folge hat.

Auch Leckereien für Meerschweinchen wie Drops, Knabberstangen und Ringe sind nicht nötig.

Altes Brot sollte auch nicht verfüttert werden. Zum Abrieb der Zähne eignen sich Zweige von unbehandelten Obstbäumen (z. B. Apfelbaum, Haselnussstrauch) am Besten.

Mit Futter kann man den Meerschweinchen auch gute Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Z. B. können Sie selbstgemachte Obst- und Gemüsespieße in den Käfig legen. Oder kleine Futterstückchen in einen Karton mit mehreren Löchern verstecken.

Käfig

Meerschweinchen laufen und bewegen sich gerne, daher kann der Meerschweinchenkäfig eigentlich nie groß genug sein. Eine Grundfläche von ca. einem halben Quadratmeter sollte aber mindestens jedem Tier zur Verfügung stehen. Ideal ist es, wenn man dazu noch eine oder zwei Zwischenebenen einbaut. So kann man den Bewegungsradius der Tiere enorm vergrößern.

Die im Handel angebotenen Käfige sind leider häufig viel zu klein. Zudem ist die Haltung in einem Gitterkäfig mit Plastikbodenwanne an sich nicht das Ideale für Meerschweinchen. Es lohnt sich daher, über einen Eigenbau nachzudenken. Dies ist gar nicht so schwierig und auch nicht teurer als ein gekaufter Käfig. Tolle Anleitungen für Meerschweinchen-Käfige findet man im Internet. Häufig bestehen diese Gehege Konstruktionen aus Holz, Gitter und Plexiglasscheiben. Ausgestattet werden können sie mit Rampen, Tunneln und stabilen Brücken.

Die Meerschweinchen-Behausung sollte an einem zugluftfreien, nicht zu warmen Standort stehen. Zudem sollte in diesem Raum keine laute Musik gehört oder geraucht werden.

Als Käfigeinstreu eignet sich die im Handel erhältliche Kleintierstreu. Damit sollte der Boden komplett und großzügig bestreut werden.

Für jedes Meerschweinchen sollte ein Häuschen zur Verfügung stehen. Am Besten geeignet sind große Holzhäuschen.
Dann benötigen Sie noch Keramiknäpfe für Frisch- und Grünfutter. Außerdem eine oder zwei Trinkflaschen, die außen am Gehege befestigt werden oder Wassernäpfe.

Zu ihren täglichen Aufgaben wird es gehören, das Wasser zu erneuern und Futterreste und Kot aus dem Käfig zu entfernen. Einmal wöchentlich ist dann die Grundreinigung des Käfigs dran. Dazu sollte die alte Einstreu vollständig entfernt und der Käfig mit heißem Wasser gut ausgewaschen werden.

Vergesellschaftung

Meerschweinchen
Meerschweinchen sollten immer mit mindestens einem Partner zusammenleben dürfen. Am Besten ist es, gleich zwei Tiere aus demselben Wurf zu nehmen. Gut vertragen sich normalerweise zwei Weibchen. Aber auch zwei Böckchen können zusammengehalten werden, wenn diese von klein auf miteinander leben.

Werden Männchen und Weibchen zusammengehalten, sollte das Böckchen kastriert werden, um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden.

Andere Tiere wie z. B. Kaninchen können einen Artgenossen niemals ersetzen. In einem sehr großen Gehege, können Meerschweinchen allerdings mit anderen tagaktiven Nagern zusammenleben.


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